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Schraubenarten und Schraubenköpfe

Schraubenarten und Schraubenköpfe: Die große Übersicht für Profis und Heimwerker

„Eine Schraube ist eine Schraube“ – wer so denkt, hat meist noch nicht vor einer vollgepackten Werkstattschublade gestanden und versucht, das exakt passende Verbindungselement für ein spezielles Projekt zu finden. In unserem Podcast „Verschraubt und zugedreht“ haben wir es auf den Punkt gebracht: An einer Schraube ist deutlich mehr dran, als die meisten meinen.

Um in der Welt der Befestigungstechnik den Überblick zu behalten, ist es wichtig, die verschiedenen Schraubenarten und die Funktion von jedem Schraubenkopf zu verstehen. In diesem Ratgeber führen wir Sie durch das Einmaleins der Schrauben-Basics, damit Ihre nächste Verbindung garantiert hält.

Was ist eine Schraube? Eine technische Definition

Technisch gesehen ist eine Schraube ein Verbindungselement, das zwei oder mehrere Bauteile miteinander verbindet. Sie besteht im Wesentlichen aus einem Gewinde, einem Schaft und einem Schraubenkopf. Durch eine Drehbewegung wird die Schraube in den Werkstoff eingebracht oder mit einem Gegenstück (wie einer Mutter) fixiert. Wie unser Experte Rudi im Podcast erklärt, definiert sich die Wahl der Schraube primär über den Einsatzzweck.

Welche Schraubenarten gibt es? Die Einteilung nach Werkstoff

Die grobe Unterteilung erfolgt meist nach dem Material, in das geschraubt werden soll. Hier gibt es drei große Gruppen, die in Industrie und Handwerk am gängigsten sind:

1. Holzschrauben und Spanplattenschrauben

Holz ist ein Faserwerkstoff. Schrauben für diesen Bereich besitzen ein eher grobes Gewinde mit ausgeprägten Gewindeflanken. Rudi betont: „Die Holzschrauben schneiden oder formen sich ihr Gewinde in den Werkstoff hinein.“ Dies sorgt für hohe Auszugswerte, da sich die Schraube quasi ihr eigenes Gegengewinde im Holz schafft.

2. Metall- und Maschinenschrauben

Im Gegensatz dazu arbeiten Maschinenschrauben meist mit einem metrischen Gewinde (gekennzeichnet durch ein „M“, z. B. M6). Diese Schraubentypen sind darauf angewiesen, dass sie ein exakt passendes Gegenstück haben – entweder ein bereits geschnittenes Gewinde im Metallbauteil oder eine klassische Mutter.

3. Blech- und Bohrschrauben

Blechschrauben ähneln optisch den Holzschrauben, haben jedoch ein etwas feineres Gewinde. Eine besonders effiziente Unterkategorie sind Bohrschrauben. Sie besitzen an der Spitze eine kleine Bohrschneide, die das Vorbohren im Blech (z. B. im Lüftungsbau) überflüssig macht. Ein echtes „Zwei-in-Eins“-Werkzeug für die Massenverarbeitung.

Der Schraubenkopf: Formen und Funktionen

Der Schraubenkopf erfüllt zwei Aufgaben: Er dient als Auflagefläche, um Bauteile zusammenzupressen, und er beherbergt den Antrieb für das Werkzeug. Je nach baulicher Situation kommen unterschiedliche Arten von Schraubenköpfen zum Einsatz.

Sechskantkopf

Dies ist die „Mutter aller Schraubenköpfe“. Er ist typisch für Maschinenschrauben im Stahlbau. Das Besondere: Der Kopf ist gleichzeitig der Antrieb für den Schraubenschlüssel. Er erlaubt die Übertragung extrem hoher Drehmomente.

Zylinderkopf

Zylinderköpfe sind außen rund und werden häufig im Maschinen- und Gerätebau verwendet. Sie bauen kompakt und können oft in Senkungen versenkt werden, sodass sie nicht über die Oberfläche hinausragen.

Senkkopf

Wenn die Oberfläche absolut bündig abschließen muss, ist der Senkkopf die erste Wahl. Er ist der Standard bei Spanplattenschrauben im Möbelbau, kommt aber auch bei metrischen Schrauben vor, wenn optische oder funktionale Gründe (kein Hängenbleiben) dafür sprechen.

Linsenkopf und Linsenflanschkopf

Diese Form ist oben leicht abgerundet. Eine moderne Variante ist der Linsenkopf mit integriertem Flansch (einer Art festen Unterlegscheibe). Diese Schraubenkopf-Formen haben dem klassischen Zylinderkopf in den letzten Jahren oft den Rang abgelaufen, da sie Lasten besser verteilen und optisch ansprechend wirken, etwa an Fahrrädern oder Verkleidungen.

Antriebe: Von Schlitz bis Torx

In den Schraubenköpfen befindet sich der Kraftangriff, auch Antrieb genannt. Hier hat sich technisch in den letzten Jahrzehnten am meisten getan.

  • Schlitz: Der Klassiker, aber heute technisch am schwächsten. Man rutscht leicht ab, was zu Beschädigungen am Werkstück führen kann.
  • Kreuzschlitz (Phillips & Pozidriv): Eine enorme Verbesserung zum Schlitz. Aber Vorsicht: Es gibt Unterschiede! PH (Phillips) wird oft bei Blechschrauben genutzt, während PZ (Pozidriv) mit seinen zusätzlichen Stern-Einkerbungen der Standard für Holzschrauben ist.
  • Innensechskant (Inbus): Bietet einen wesentlich besseren Wirkungsgrad als Kreuzschlitz und ist im Maschinenbau unverzichtbar.
  • Torx (Innen-Sechsrund): Laut Rudi die heute beste Wahl: „Der Torx hat einen Wirkungsgrad, der um 30 bis 40 % besser ist als der Innensechskant.“ Durch die sternförmige Geometrie wird die Kraft optimal übertragen, ohne dass das Werkzeug aus dem Kopf rutscht (Cam-Out-Effekt).

Fazit: Die richtige Wahl treffen

Die Auswahl der verschiedenen Schraubenarten folgt dem Prinzip: Form follows function. Für eine bündige Montage in Holz greifen Profis zur Spanplattenschraube mit Senkkopf und Torx-Antrieb. Im schweren Maschinenbau dominieren Sechskantschrauben mit metrischem Gewinde. Achten Sie stets darauf, dass Ihr Werkzeug exakt zum Antrieb im Schraubenkopf passt – nur so vermeiden Sie Frust und Materialschäden.

FAQ – Wissenswertes aus der Praxis

Was für Arten von Schrauben gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man Schrauben nach ihrem Verwendungszweck: Holzschrauben formen ihr Gewinde selbst, während Maschinenschrauben ein metrisches Gewinde für Muttern besitzen. Zudem gibt es Spezialformen wie Blechschrauben, Bohrschrauben für die metallverarbeitende Industrie sowie gewindefurchende Schrauben für Kunststoffe, die im Automobilbau eine zentrale Rolle spielen.

Was für Schraubenköpfe gibt es?

Zu den gängigsten Kopfformen gehören der Sechskantkopf für hohe Drehmomente, der Senkkopf für bündige Abschlüsse und der Zylinderkopf für den Maschinenbau. Der Linsenkopf bietet eine dekorative Optik bei gleichzeitiger Lastverteilung durch einen breiten Flansch. Jede Form erfüllt spezifische Anforderungen an die Statik und die ästhetische Oberflächenbeschaffenheit.

Warum gibt es verschiedene Schraubenköpfe?

Unterschiedliche Köpfe ermöglichen eine optimale Anpassung an die Montagebedingungen. Ein Senkkopf verhindert Verletzungen durch Hängenbleiben, während ein breiter Flanschkopf den Druck auf das Bauteil verteilt und Unterlegscheiben ersetzt. Die Wahl des Kopfes beeinflusst somit direkt die Sicherheit, Haltbarkeit und die optische Qualität einer technischen Verbindung.

Wie nennt man Schrauben mit rundem Kopf?

Schrauben mit einer nach oben gewölbten, runden Kopfform werden meist als Linsenkopfschrauben oder Pan-Head-Schrauben bezeichnet. Sie liegen flach auf der Oberfläche auf und bieten durch ihre Rundung einen optisch sauberen Abschluss. Im Möbelbau findet man zudem häufig Linsensenkköpfe, die eine Kombination aus bündiger Versenkung und dekorativer Wölbung darstellen.

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Vincenzo Iannetta