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Gewindesteigung

Gewindesteigung: Definition, Formel und Tabelle für Regelgewinde

Die Gewindesteigung ist ein grundlegender Parameter bei der Beschreibung eines Gewindes. Sie gibt an, wie weit sich eine Schraube bei einer vollständigen Umdrehung axial bewegt, also wie groß der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Gewindegängen ist. Die Gewindesteigung ist ein entscheidendes Maß für die Passgenauigkeit, Festigkeit und Anwendung einer Schraube, Gewindestange oder eines anderen Verbindungselements.

Gewindesteigung_250x250.png

Gewindesteigung Definition und Formel

Die Gewindesteigung (P) wird in Millimetern (mm) angegeben und beschreibt den axialen Abstand zwischen zwei benachbarten Gewindeflanken auf derselben Seite. Bei metrischen ISO-Gewinden wird die Steigung durch den Buchstaben P gekennzeichnet.

Beispiel: Bei einem Gewinde M10 × 1,5 bedeutet das:

  • M10 = Nenndurchmesser 10 mm
  • 1,5 = Gewindesteigung, d. h. pro Umdrehung bewegt sich die Schraube 1,5 mm axial

Die Beziehung zwischen Steigung (P), Gangzahl (n) und Steigungswinkel (φ) ergibt sich aus:

tan(φ) = P / (π × d₂)   mit d₂ als mittlerem Gewindedurchmesser.

Gewindesteigung-Tabelle: Fein- und Regelgewinde

Man unterscheidet zwischen Regelgewinde und Feingewinde:

Bezeichnung Beispiel Steigung Anwendung
Regelgewinde M10 × 1,5 1,5 mm Standard-Schrauben im Maschinenbau, z. B. Sechskantschrauben
Feingewinde M10 × 1,25 oder M10 × 1 Kleiner als Standard Präzise Passungen, vibrationsempfindliche Anwendungen, Hydraulik, Automobiltechnik

Feingewinde haben eine kleinere Steigung, wodurch sie sich langsamer eindrehen, aber höhere Haltekräfte und bessere Selbstsicherung bieten.

Mehrgängige Gewinde

Neben den üblichen eingängigen Gewinden gibt es mehrgängige Gewinde, bei denen mehrere Gewindeflanken gleichzeitig verlaufen. Hierbei unterscheidet man:

  • Steigung (P): Abstand zwischen den Flanken derselben Ganglinie
  • Leitsteigung (Ph): tatsächliche axiale Verschiebung pro Umdrehung

Beispiel: Ein zweigängiges Gewinde mit einer Steigung von 2 mm hat eine Leitsteigung von 4 mm (Ph = 2 mm × 2). Solche Gewinde werden verwendet,  wenn eine schnelle Bewegung bei geringem Drehmoment gefragt ist - etwa bei Spindelantrieben oder Einstellmechanismen.

Bedeutung der Gewindesteigung in der Praxis

Die Gewindesteigung beeinflusst direkt:

  • Kraftübertragung und Übersetzung (je größer die Steigung, desto schneller der Vorschub)
  • Selbsthemmung (bei kleiner Steigung höher)
  • Belastbarkeit und Flankenpressung
  • Montagegeschwindigkeit und Präzision

Bei Verbindungselementen wie Betonschrauben, Ringschrauben oder Abstandsbolzen ist eine optimale Gewindesteigung entscheidend für Halt und Belastbarkeit der Verbindung.

Normen und Kennzeichnung

Die metrischen Gewinde mit definierter Steigung sind in DIN 13 / ISO 261 standardisiert.

  • Regelgewinde: M5 × 0,8, M6 × 1, M8 × 1,25, M10 × 1,5 usw.
  • Feingewinde: M10 × 1,25, M12 × 1,25, M20 × 1,5 usw.

Diese Normen sichern die Kompatibilität zwischen verschiedenen Verbindungselementen wie Muttern, Gewindestiften oder Zylinderschrauben.

Gewindesteigung einfach erklärt

Die Gewindesteigung definiert den axialen Vorschub einer Schraube pro Umdrehung und ist entscheidend für Funktion, Belastbarkeit und  Passgenauigkeit jeder Gewindeverbindung. Ob Feingewinde, Mehrganggewinde oder Standard-Gewinde - die richtige Steigung sorgt für sichere, präzise und dauerhafte Verschraubungen im professionellen Einsatz.