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RoHS

RoHS: Definition, Bedeutung und Anwendung der Richtlinie

Die RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances) ist eine zentrale europäische Umweltvorschrift, die den Einsatz bestimmter gefährlicher Stoffe in elektrischen und elektronischen Geräten (EEE) beschränkt. Ziel der RoHS ist es, Risiken für Mensch und Umwelt zu reduzieren, die durch problematische Stoffe entstehen können, und zugleich die umweltgerechte Verwertung und das Recycling von Elektrogeräten zu verbessern.

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RoHS – Definition und rechtlicher Hintergrund

Die aktuell gültige RoHS-Richtlinie ist die Richtlinie 2011/65/EU (RoHS 2), ergänzt durch die Delegierte Richtlinie (EU) 2015/863 (RoHS 3), mit der weitere Stoffe in den Geltungsbereich aufgenommen wurden. RoHS gilt verbindlich in allen EU-Mitgliedstaaten.

Die Richtlinie richtet sich an Hersteller, Importeure und Händler von Elektro- und Elektronikgeräten. Sie gilt nicht pauschal für alle Produkte, sondern ausschließlich für Geräte und Bauteile, die als Teil eines EEE in Verkehr gebracht werden.

Damit kann RoHS auch für Verbindungselemente wie Schrauben, Muttern, Bolzen oder Unterlegscheiben relevant sein – sofern diese Bestandteil eines elektrischen oder elektronischen Geräts sind.

Beschränkte Stoffe nach der RoHS-Richtlinie

RoHS beschränkt derzeit zehn Stoffe, deren Gehalt in homogenen Werkstoffen bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten darf. Die Stoffe sind nicht generell verboten, sondern mengenmäßig limitiert; zudem existieren definierte Ausnahmen (Anhänge III und IV der Richtlinie).

Stoff Grenzwert Typische frühere Verwendung
Blei (Pb) 0,1 % Lote, Legierungen
Quecksilber (Hg) 0,1 % Schalter, Lampen
Cadmium (Cd) 0,01 % Pigmente, Stabilisatoren
Chrom VI (Cr⁶⁺) 0,1 % Korrosionsschutz, Chromatierungen
PBB 0,1 % Flammschutzmittel
PBDE 0,1 % Flammschutzmittel
DEHP 0,1 % Weichmacher
BBP 0,1 % Weichmacher
DBP 0,1 % Weichmacher
DIBP 0,1 % Weichmacher

RoHS stellt damit sicher, dass diese Stoffe nur in streng begrenzten Mengen in Elektro- und Elektronikgeräten enthalten sind.

Bedeutung von RoHS für Verbindungselemente

Metallische Verbindungselemente bestehen zwar überwiegend aus Stahl oder Edelstahl, können jedoch durch Beschichtungen, Passivierungen oder Schmierstoffe RoHS-relevante Stoffe enthalten. Besonders relevant war in der Vergangenheit der Einsatz von Chrom(VI) in Korrosionsschutzschichten.

Heute werden überwiegend Chrom(III)-basierte Passivierungen oder alternative Beschichtungssysteme eingesetzt, die den Anforderungen der RoHS-Richtlinie entsprechen.

Hersteller und Lieferanten von Befestigungselementen müssen sicherstellen, dass eingesetzte Materialien und Oberflächenbehandlungen die RoHS-Grenzwerte einhalten, wenn die Produkte in EEE eingesetzt werden.

Konformitätsnachweis und Dokumentation

Die Einhaltung der RoHS-Richtlinie wird durch eine EU-Konformitätserklärung des Herstellers oder Inverkehrbringers bestätigt. Diese bezieht sich auf das jeweilige Elektro- oder Elektronikgerät.

  • RoHS ist Teil der CE-Konformität von EEE-Produkten.
  • Einzelne Verbindungselemente tragen in der Regel kein eigenes CE-Zeichen.
  • In der Lieferkette werden häufig Materialdaten, Lieferantenerklärungen oder Prüfberichte genutzt.

Abgrenzung zu REACH

RoHS und REACH verfolgen unterschiedliche, sich ergänzende Ziele:

  • REACH regelt die Registrierung, Bewertung und Informationspflichten für chemische Stoffe.
  • RoHS beschränkt den Einsatz bestimmter Stoffe in elektrischen und elektronischen Geräten.

Ein Verbindungselement kann somit sowohl REACH-relevant (z. B. Informationspflichten) als auch RoHS-relevant sein, wenn es in einem EEE eingesetzt wird.

Praktische Bedeutung von RoHS

Für Hersteller und Anwender in der Elektro- und Elektronikindustrie ist die RoHS-Konformität ein wichtiger Nachweis für Umweltverträglichkeit und Rechtssicherheit. Verbindungselemente wie Schrauben, Muttern oder Flanschschrauben müssen bei Einsatz in EEE die RoHS-Anforderungen erfüllen, um eine rechtskonforme Vermarktung des Gesamtprodukts zu ermöglichen.

RoHS einfach erklärt

RoHS sorgt dafür, dass in elektrischen und elektronischen Geräten nur begrenzte Mengen bestimmter gefährlicher Stoffe enthalten sind. Die Richtlinie schützt Umwelt und Gesundheit und ist ein fester Bestandteil moderner Qualitäts- und Compliance-Anforderungen – auch für Befestigungselemente, wenn sie Teil eines Elektrogeräts sind.

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