Senken
Senken: Definition, Anwendung und Beispiele für das spanende Fertigungsverfahren
Das Senken ist ein spanendes Fertigungsverfahren, mit dem Bohrungen oder angrenzende Flächen gezielt erweitert oder angepasst werden. Ziel ist es, Schraubenköpfe oder andere Verbindungselemente plan, bündig oder lagegerecht aufzunehmen. Das Verfahren zählt zur Hauptgruppe Trennen nach DIN 8580 und ist ein etablierter Bearbeitungsschritt im Maschinenbau, Metallbau sowie bei der Montage von Schrauben und Verbindungselementen.

Senken – Definition und Zweck
Beim Senken wird Material an der Bohrungskante abgetragen, um eine konische oder zylindrische Vertiefung herzustellen. Dadurch entsteht eine definierte Auflage- oder Sitzfläche, beispielsweise für Senkkopfschrauben, oder eine plane Fläche für Schraubenköpfe.
Das Senken verbessert die Montagefähigkeit, reduziert scharfe Kanten und Kerbwirkungen an Bohrungen und sorgt für eine funktionsgerechte Oberfläche. Es dient nicht zur Herstellung formschlüssiger Muttersitze oder präziser Dichtflächen.
Arten von Senkverfahren
Je nach gewünschter Geometrie der Senkung werden unterschiedliche Senkverfahren eingesetzt:
Kegelsenken
Beim Kegelsenken entsteht eine konische Vertiefung, in der der Schraubenkopf formschlüssig zur Schraube selbst sitzt. Diese Senkform wird überwiegend für Senkkopfschrauben verwendet, die bündig mit der Werkstückoberfläche abschließen sollen.
- Typische Senkwinkel: 60°, 75°, 90°, 100° oder 120°
- Am häufigsten: 90°-Senkung für metrische ISO-Senkkopfschrauben
Plansenken (Flachsenken)
Beim Plansenken wird eine zylindrische, plane Auflagefläche rund um eine Bohrung erzeugt. Diese dient dazu, Schraubenköpfe spannungsfrei und flächig aufzulegen, insbesondere bei unebenen oder roh bearbeiteten Oberflächen.
Typische Anwendungen sind Zylinderschrauben, Sechskantschrauben oder Flanschschrauben. Plansenkungen ersetzen keine Pass- oder Dichtsitze.
Rückwärtssenken (Hintersenken)
Beim Rückwärtssenken wird eine Senkung auf der Rückseite einer Bohrung hergestellt, wenn die Vorderseite nicht zugänglich ist. Dieses Verfahren ist ein Sonderfall und erfordert spezielle Rückwärtssenker. Es wird gezielt im Maschinen- und Apparatebau eingesetzt, beispielsweise bei Hohlprofilen oder geschlossenen Baugruppen.
Werkzeuge und Ausrüstung
Zum Senken kommen spezielle Senkwerkzeuge zum Einsatz, die in Handbohrmaschinen, Ständerbohrmaschinen oder CNC-Bearbeitungszentren verwendet werden. Gängige Werkzeugtypen sind:
- Kegelsenker (ein- oder mehrschneidig)
- Plansenker (häufig mit Führungszapfen zur exakten Zentrierung)
- Kombiwerkzeuge zum Bohren und Senken in einem Arbeitsgang
In der Praxis wird meist zunächst mit einem Metallbohrer vorgebohrt, bevor die eigentliche Senkung hergestellt wird.
Anwendungsbeispiele: Senken in der Praxis
Typische Einsatzbereiche für das Senken sind:
- Vorbereitung von Bohrungen für bündige Schraubverbindungen mit Senkkopfschrauben
- Herstellung definierter Auflageflächen für Schraubenköpfe
- Verbesserung der Montagebedingungen bei unebenen Oberflächen
- Entgraten von Bohrungskanten mit gleichzeitig definierter Geometrie
Typische Parameter und Normbezug
Beim Senken sind mehrere geometrische Parameter zu beachten:
- Senkwinkel (α): angepasst an die Kopfform der Schraube, häufig 90°
- Senkdurchmesser (D): abgestimmt auf den Schraubenkopfdurchmesser
- Senkentiefe (t): bestimmt, ob der Schraubenkopf bündig oder leicht vertieft sitzt
Der Normbezug ist abhängig vom Anwendungsfall. DIN 74 regelt ausschließlich Senkungen für Senkschrauben. Weitere Abmessungen und Toleranzen ergeben sich aus den jeweiligen Schrauben-, Bauteil- oder Konstruktionsnormen sowie Herstellerangaben.
Praxis-Tipp zur Bearbeitung
Für ein sauberes Ergebnis sollte beim Senken mit reduzierter Drehzahl und gleichmäßigem Vorschub gearbeitet werden. Dies minimiert Rattermarken und verbessert die Oberflächenqualität. Bei harten oder zähen Werkstoffen empfiehlt sich der Einsatz von HSS- oder Hartmetall-Senkern sowie Schneidöl zur Kühlung und Standzeitverlängerung.
Zusammenhang mit Schraubverbindungen
In der Verbindungstechnik ermöglicht das Senken das bündige oder plane Einlassen von Schraubenköpfen. Dadurch entstehen glatte Oberflächen ohne überstehende Köpfe – wichtig für Funktion, Sicherheit und Montagefreundlichkeit.
Spenglerschrauben stellen hierbei einen Sonderfall dar: Sie sind konstruktiv für die Montage mit integrierten Dichtscheiben ausgelegt und benötigen keine klassische Senkung.
Senken einfach erklärt
Senken bedeutet, eine Bohrung gezielt zu erweitern, damit Schraubenköpfe korrekt und funktionsgerecht sitzen. Ob konisch für Senkköpfe oder zylindrisch für plane Auflagen – das Senken ist ein grundlegender Bearbeitungsschritt für präzise und sichere Schraubverbindungen in Industrie, Handwerk und Montage.