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Vergüten

Vergüten: Definition, Ablauf und Anwendungen für das Vergüten von Stahl

Das Vergüten ist ein thermisches Behandlungsverfahren zur gezielten Verbesserung der Festigkeit, Zähigkeit und Belastbarkeit von Stählen. Es gehört zu den wichtigsten Wärmebehandlungen in der Metalltechnik und wird vor allem bei hochbeanspruchten Bauteilen wie Schrauben, Wellen, Bolzen, Zahnrädern oder Achsen eingesetzt. Durch das Vergüten erhält Stahl eine optimale Kombination aus Härte und Elastizität, wodurch er sowohl formstabil als auch schlagfest bleibt.

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Vergüten – Definition und Begriffserklärung

Beim Vergüten wird ein Stahl gehärtet und anschließend angelassen, um das Gefüge und damit die mechanischen Eigenschaften gezielt einzustellen. Der Prozess besteht aus zwei Hauptschritten:

  • Härten – Erhitzen auf die Austenitisierungstemperatur (meist 800–950 °C) und rasches Abschrecken (z. B. in Öl oder Wasser). Dadurch entsteht ein hartes, sprödes Martensitgefüge.
  • Anlassen – Erneutes Erwärmen auf 400–700 °C und Halten der Temperatur. Dadurch reduziert sich die Sprödigkeit, während die Festigkeit weitgehend erhalten bleibt.

Das Ergebnis ist ein vergüteter Stahl mit hoher Zugfestigkeit und gleichzeitig ausreichender Duktilität (Verformbarkeit).

Ziel des Vergütens

Das Vergüten hat das Ziel, die mechanischen Eigenschaften eines Werkstücks an seine betriebliche Beanspruchung anzupassen.  Typische Verbesserungen sind:

  • Erhöhung der Streck- und Zugfestigkeit
  • Verbesserung der Zähigkeit und Bruchdehnung
  • Steigerung der Ermüdungs- und Verschleißfestigkeit
  • Günstiges Verhältnis zwischen Härte und Elastizität

Dadurch eignen sich vergütete Bauteile ideal für Anwendungen mit wechselnden Belastungen, wie z. B. im Maschinenbau oder der Fahrzeugtechnik.

Geeignete Stähle für Vergütungsverfahren

Nicht jeder Stahl lässt sich vergüten. Es eignen sich vor allem un- oder niedriglegierte Vergütungsstähle mit einem Kohlenstoffgehalt zwischen 0,25 % und 0,6 %. Typische Werkstoffe sind:

  • C45E (1.1191) – klassischer unlegierter Vergütungsstahl
  • 42CrMo4 (1.7225) – hochfester, zähharter Stahl für Maschinenbau und Fahrzeugtechnik
  • 34CrNiMo6 (1.6582) – für stark beanspruchte Wellen, Spindeln und Schrauben

Ablauf des Vergütungsprozesses

  • Erwärmen auf Austenitisierungstemperatur
  • Halten zur vollständigen Durchwärmung
  • Abschrecken – meist in Öl, Wasser oder Polymerlösungen
  • Anlassen – auf gewünschte Temperatur (je nach Zielhärte)
  • Abkühlen an Luft

Durch Variation der Anlass-Temperatur lässt sich das Eigenschaftsprofil gezielt beeinflussen:

  • Niedrige Anlass-Temperatur (400–500 °C): hohe Festigkeit, geringere Zähigkeit
  • Hohe Anlass-Temperatur (600–700 °C): höhere Zähigkeit, geringere Härte

Vergütungszustände und Kennzeichnung

In technischen Zeichnungen oder Werkstoffbezeichnungen wird der Vergütungszustand häufig mit einem Buchstaben oder  Symbol angegeben, z. B.:

  • +QT (Quenched and Tempered) – englische Kennzeichnung für vergütet
  • C45E+QT oder 42CrMo4+QT – bedeutet: der Stahl wurde gehärtet und angelassen

Rm-Werte (Zugfestigkeit) liegen typischerweise zwischen 800 und 1300 N/mm², abhängig vom Werkstoff und der Vergütungstemperatur.

Anwendungen und Beispiele für das Vergüten von Stahl

Vergütete Stähle kommen überall dort zum Einsatz, wo Bauteile wechselnden oder stoßartigen Belastungen ausgesetzt sind und gleichzeitig  maßhaltig und langlebig bleiben müssen:

Vorteile des Vergütens

  • Hohe Festigkeit bei gleichzeitig ausreichender Zähigkeit
  • Gute Bearbeitbarkeit im vergüteten Zustand
  • Optimierte Kombination aus Härte und Elastizität
  • Verbesserte Lebensdauer von Maschinenelementen und Verbindungsteilen

Vergüten einfach erklärt

Das Vergüten ist ein kombiniertes Wärmebehandlungsverfahren aus Härten und Anlassen, das Stähle besonders fest, zäh und widerstandsfähig macht. Es zählt zu den wichtigsten Verfahren im Maschinenbau, um Schrauben, Bolzen oder hochbelastete Konstruktionsteile für den professionellen Einsatz zu optimieren.

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